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Am Steinberg
Knapp unterhalb des 490 m hohen Gipfel des Steinbergs nordöstlich von Lauterbach liegt ein natürlicher Felsblock: Der Sattelstein. Hier liefen einst die Grenzlinien der Gebiete der Abtei Fulda, der Schlitzer Grafen und der Riedesel zu Eisenbach zusammen. Heute sind es die Gemarkungsgrenzen der Großgemeinden Bad Salzschlirf, Wartenberg (Angersbach) und Schlitz (Willofs).

Bild: Natürlicher Dreiherrenstein am Steinberg - der Sattelstein
In die Oberfläche des Felsens sind drei Hufeisen eingemeißelt. Sie dürften wohl die ältesten Grenzmarkierung gewesen und - wie vermutet wird - bereits im 15. Jahrhundert entstanden sein (je ein Hufeisen für die Herrschaftsgebiete der Abtei Fulda, der Schlitzer Grafen und der Riedesel zu Eisenbach).

Bild: Eingemeißeltes Hufeisen im Sattelstein
Außerdem ist noch ein spitzer Winkel zu sehen, welcher den Anteil des Klosterbreichs Fulda (Bad Salzschlirf) anzeigt und mit den Buchstaben K P die spätere Zugehörigkeit Fuldas zum Königreich Preußen dokumentiert (heute Landkreis Fulda). Gegenüber ist G H für Großherzogtum Hessen (Darmstadt) zu erkennen, in welches die Gebiete der Riedesel und der Schlitzer Grafen eingegliedert worden waren (heute Vogelsbergkreis). In der Reihe der Grenzsteine erhielt der Sattelstein die alte Nummer 48, später wurde er mit N 524 eingeordnet.

Bild: Markierungen im Sattelstein
Der Sage nach sollen die drei Hufeisenabdrücke im Sattelstein ganz anders entstanden sein, denn da stritt vor vielen Jahren der Teufel mit einem Mönch um das Schicksal einer Seele. Der eine suchte sie mit ehrlichen Mitteln zu retten, der andere wandte List und Tücke an, um sie in seinen Bann zu ziehen. Um das Ringen zu entscheiden, ließ sich unser Mönchlein auf ein Würfelspiel mit dem Teufel ein, zwar schweren Herzens und mit viel Angst, denn Glücksspiele waren ja für Mönche verboten. Aber was tut man nicht alles, wenn man Gutes will und der Klosterabt weit weg ist.
Mönchlein und Teufel trafen sich am Steinberg, weitab jeglicher Besiedlung, wollte man doch einfache Leute durch den Anblick des Dunklen nicht erschrecken. Außerdem hatte der Mönch immer wieder Angst, man könne im Kloster von seiner Spielleidenschaft erfahren. Der Teufel freute sich, denn das war sein Spiel, und er glaubte den Mönch schon überlistet zu haben. Er griff zum Würfelbecher und warf, wie sollte es auch anders sein, eine 18 - dreimal die sechs. Die Seele gehörte ihm!
Das Mönchlein war erschrocken, nahm zaghaft den Becher, schaute flehend nach oben und schauderte bei dem Gedanken an die Vorwürfe, die es von seinen Vorgesetzten und Kollegen zu erwarten hatte. Es drehte noch zaghafter den Becher um, schloss die Augen ganz fest und hörte wie die Würfel fielen. - Ein grässlicher Fluch, penetranter Gestank und das Klappern von Hufen holten Bruder Mönch in die Wirklichkeit zurück. Der Teufel hatte sich auf seinen dreibeinigen Esel geschwungen und war mit einem gewaltigen Sprung verschwunden.
Schüchtern und verwundert sah der Gottesmann vor sich auf dem Stein, dem Sattelstein, drei Hufeisenspuren im Fels und daneben die Würfel mit 19 Punkten - drei Sechsen und eine Eins, denn aus einem Würfel war zur Rettung der Seele ein Auge heraus gefallen.
Fröhlich und guter Dinge über die Rettung der Seele zog der Mönch von dannen und erzählte keinem etwas, denn Glücksspiele waren ja in seinen Kreisen verboten. - Wer aber hat uns von der sagenhaften Zusammenkunft berichtet?
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